GRAVENBRUCH – Am 15. März 2026 steht die Kommunalwahl an, und in Gravenbruch formiert sich eine starke Kraft: Mit der Liste 6 treten „Die Gravenbrucher“ an. Mit acht Kandidatinnen und Kandidaten stellt die Wählergruppe die personell stärkste Liste für den Ortsbeirat auf – noch vor den etablierten Parteien. Wir sprachen mit ihrem Spitzenkandidaten Jungmann über seinen Plan für den Stadtteil.
Gravenbrucher Magazin: Herr Jungmann, Sie werben mit dem Slogan „ideologiefrei“. Was bedeutet das konkret für den Wähler?
Jungmann: Es bedeutet vor allem Freiheit in der Entscheidung. Wir haben keinen schwerfälligen Parteiapparat über uns, der uns durch Dogmen oder vorgefertigte Ideologien in unserem Handeln bremst. Wir sind einzig und allein dem Wohl der Gravenbrucher verpflichtet. Unser Ziel ist es, uns bestmöglich für deren konkrete Belange einzusetzen, statt uns an Parteilinien zu orientieren.
Prävention statt Überwachung
Gravenbrucher Magazin: Ein Schwerpunkt Ihres Programms ist die Sicherheit. Sie fordern intelligente Strategien gegen Einbrüche. Ist Gravenbruch denn unsicher?
Jungmann: Wir müssen den Tatsachen ins Auge blicken: Es gibt in Gravenbruch ein Sicherheitsproblem; Einbrüche und Diebstähle haben sich über die Jahre gehäuft. Das heißt nicht, dass wir hier ein Kriminalitäts-Hotspot sind – andernorts ist es sicher schlimmer. Aber das ist kein Grund, die Hände untätig in den Schoß zu legen.
Wir setzen auf Prävention, die psychologisch wirkt – wie etwa durch die Aktion „Wachsamer Nachbar“ oder andere erprobte Maßnahmen, um Verbrechen vorzubeugen. Eine Kameraüberwachung neuralgischer Punkte ist von uns nicht vorgesehen und wäre zudem rechtlich nur schwer umsetzbar und kostenintensiv.
Parkplatznot und „Elterntaxis“
Gravenbrucher Magazin: Beim Thema Verkehr schlagen Sie einschneidende Maßnahmen vor, wie etwa Einbahnstraßen am Dreiherrnsteinplatz. Riskieren Sie damit nicht den Unmut der Anwohner?
Jungmann: Parkdruck und Suchverkehr sind ständige Begleiter in Gravenbruch. Natürlich behagen neue Lösungen nicht jedem, aber irgendwo müssen wir anfangen, das Problem zu lösen. Maßnahmen wie einseitiges Anwohnerparken oder markierte Flächen wurden oft als probate Mittel ins Spiel gebracht, aber bisher von der Stadtverwaltung abgelehnt. Wir wollen nichts „verschlimmbessern“ und sind offen für Expertenrat, aber der aktuelle Stillstand ist keine Option. Eine Einbahnstraßenlösung am Dreiherrnsteinplatz würde den Verkehrsfluss zu Schulbeginn ordnen und so auch für mehr Sicherheit sorgen.
Direkte Demokratie durch das „Bürger-Budget“
Gravenbrucher Magazin: Sie fordern ein Budget, über das Bürger per Online-Voting entscheiden. Schließen Sie damit nicht die ältere Generation aus?
Jungmann: Wir reden hier von überschaubaren Budgets, nicht von Millionenbeträgen. Es geht darum, Eigenverantwortung zu wecken und direkte Demokratie erlebbar zu machen. Wenn Menschen direkt an Entscheidungen partizipieren können, stärkt das das Vertrauen in die Politik. Wir sind uns bewusst, dass bei reinen Online-Verfahren bestimmte Gruppen unterrepräsentiert sein könnten. Hier ist es jedermanns Aufgabe, für diese Mitmenschen mitzudenken und sie nicht zu vergessen. Das Ziel ist ein Gewinn an Teilhabe für den Großteil der Bürger.
Mobilität und soziale Gerechtigkeit
Gravenbrucher Magazin: Kostenfreier ÖPNV für Senioren ist eine weitere Forderung. Wie soll das finanziert werden?
Jungmann: Langfristig wäre ein komplett kostenfreier ÖPNV nach dem Vorbild Luxemburgs ideal. Wir wollen jedoch mit kleinen, realistischen Schritten beginnen. Unsere Senioren haben der Gesellschaft jahrelang gedient; wenn ihre Mobilität schwindet, sind sie auf unsere Hilfe angewiesen. Uns ist bewusst, dass der Ortsbeirat dies nicht entscheiden kann. Aber wir wollen diese Idee auf höheren Ebenen platzieren. Wer auf Innovation und Fortschritt setzt, muss den öffentlichen Nahverkehr attraktiver gestalten, um die Fahrgastzahlen zu maximieren. Das erfordert finanzielle Kraftanstrengungen, ist jedoch eine essenzielle Investition in die Zukunftsfähigkeit unserer Infrastruktur.
Infrastruktur: Lücken schließen
Isenburger Rundschau: Ein beleuchteter Gehweg zum Hilton Hotel steht ebenfalls auf Ihrer Liste. Wer soll das bezahlen?
Jungmann: Hier geht es schlicht um die Sicherheit von Menschen, die dort – gerade im Winter – unterwegs sind. Es schließt zudem eine wichtige Lücke im Rundweg um Gravenbruch. Die Finanzierung sollte zwischen den Nutznießern ausgehandelt werden. Für mich spricht absolut nichts dagegen, wenn sich beispielsweise das Hilton Hotel an den Kosten beteiligt, um die Sicherheit seiner Mitarbeiter und Gäste zu gewährleisten.
Ein Update für den Sport
Gravenbrucher Magazin: Zum Schluss: Warum braucht Gravenbruch einen Basketballplatz, wenn die Stadt sagt, es sei zu teuer?
Jungmann: Der Bedarf für einen 3×3-Platz ist definitiv da. Er würde den Stadtteil beleben und auch Basketballer aus der Umgebung anziehen. Die Stadt legte einen völlig überzogenen Kostenvoranschläge vor. Unsere eigenen Recherchen zeigen, dass solche Projekte erheblich günstiger umsetzbar sind. Gravenbruch braucht ein Update für seine teils maroden Sport- und Freizeitanlagen.
Gravenbrucher Magazin: Herr Jungmann, was wäre für Sie ein Erfolg am Wahlabend?
Jungmann: Unser Ziel ist es, mehr als einen Sitz im Ortsbeirat zu erringen. Mein Bauchgefühl sagt mir: Das ist für „Die Gravenbrucher“ absolut machbar.
Hier gibt es das Wahlprogramm der Wählergruppe „Die Gravenbrucher“ als PDF-Dokument zum herunterladen: https://www.gravenbrucher.com/wp-content/uploads/2026/01/Wahlprogramm_Die_Gravenbrucher.pdf
