Neu-Isenburg / Gravenbruch – Große Empörung in Gravenbruch: In einer Mitteilung an die Standbetreiber am vergangenen Freitag, zog die Stadtverwaltung Neu-Isenburg die Reißleine für das anstehende Stadtteilfest (21.–23. August). Aus Kostengründen im Zuge der Haushaltssperre, soll das traditionelle Festzelt komplett gestrichen und durch Faltpavillons sowie Marktschirme ersetzt werden. Besonders brisant: Der Ortsbeirat Gravenbruch wurde im Vorfeld über diese einschneidende Maßnahme weder offiziell informiert noch angehört.
Die Wählergruppe „Die Gravenbrucher“ kritisiert dieses Vorgehen scharf. „Hier wird die Sommerpause der politischen Gremien ausgenutzt, um vollendete Tatsachen zu schaffen und am Ortsbeirat vorbei zu regieren“, erklärt Alexander Jungmann, Vertreter der „Gravenbrucher“ und stellvertretender Ortsbeiratsvorsitzender. „Das ist ein klarer Verstoß gegen das in der Hessischen Gemeindeordnung (§ 82 HGO) verankerte Anhörungsrecht des Ortsbeirats bei wichtigen Angelegenheiten des Stadtteils. Die Sommerpause darf kein Freifahrtschein für Intransparenz sein.“
Arbeitsplätze gefährdet – Wetterschutz elementar
„Die Gravenbrucher“ weisen zudem auf die wirtschaftlichen und logistischen Folgen der reinen Streichungs-Politik hin. Durch den plötzlichen Wegfall des Zeltes sind unmittelbar Arbeitsplätze beim Zeltbauer gefährdet. Zudem tragen die teilnehmenden Vereine bei einer reinen Pavillon-Lösung ein unkalkulierbares Wetterrisiko und müssen mit einem Besucherrückgang rechnen. Sollte es am Festwochenende regnen, droht dem Stadtteilfest der finanzielle Kollaps – zulasten der ehrenamtlichen Vereine, die ohnehin unter Druck stehen.
Der Kompromiss: Verkleinern statt Verhindern
Die Wählergruppe fordert den Magistrat und den Bürgermeister daher auf, die Entscheidung sofort zu stoppen und den Dialog zu suchen. Jungmann bietet im Namen der Wähler gruppe „Die Gravenbrucher“ einen pragmatischen Kompromiss an:
„Das Festzelt war in den vergangenen Jahren zweifellos überdimensioniert. Anstatt es komplett zu streichen, fordern wir eine Verkleinerung des Zeltes um maximal die Hälfte. Das spart der Stadt die notwendigen Haushaltsmittel, sichert bestmöglich Arbeitsplätze, schützt die Vereine vor dem Wetterrisiko, einem möglichen Rückgang bei den Besuchszahlen und bewahrt den gewohnten Charakter unseres Stadtteilfestes.“
„Die Gravenbrucher“ kündigen an, das Thema trotz Sommerpause nicht ruhen zu lassen. Sie fordern vom Kulturamt eine schnelle, transparente Prüfung der Zelt-Verkleinerung mit ausreichendem Zeitabstand zum Stadtteilfest, um den Vereinen Planungssicherheit zu geben.
